Google-Profil für Ärzte: Fake-Bewertungen melden und richtig reagieren
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht emotional antworten: Reagieren Sie nie im Affekt und nie unter Bruch der Schweigepflicht auf Fake-Bewertungen.
- Richtlinien: Google kann Bewertungen entfernen, die gegen die Richtlinien verstoßen (Hassrede, Interessenkonflikte, Spam) oder unwahre Tatsachen behaupten. Ob und wann das passiert, entscheidet Google – einen garantierten Anspruch gibt es nicht.
- Meldeweg: Nutzen Sie zusätzlich zum „Melden“-Button das offizielle Formular für rechtliche Anliegen.
- Anwalt: Wenn Google nicht reagiert, kann ein auf Medien- und IT-Recht spezialisierter Anwalt sinnvoll sein.
Für Ärzte ist das Google-Profil (ehemals Google My Business) Fluch und Segen zugleich. Eine einzige ungerechtfertigte 1-Stern-Bewertung kann dem Image schaden. Doch Sie sind nicht wehrlos.
1. Die Falle: Die emotionale Antwort
Ein Patient schreibt: „Arzt war unfreundlich, Wartezeit 3 Stunden!“ – obwohl er nie bei Ihnen war.
Fehler: Sie antworten: „Herr Müller, Sie waren gar nicht da!“
Warum das falsch ist: Damit bestätigen Sie womöglich ein Arzt-Patienten-Verhältnis (Schweigepflicht und Datenschutz!) oder geben dem Verfasser neue Aufmerksamkeit. Bei offensichtlichen Fake-Bewertungen gilt: Ruhe bewahren, nicht impulsiv antworten.
2. Schritt 1: Prüfung auf Richtlinienverstoß
Google entfernt Bewertungen nicht, nur weil sie „subjektiv schlecht“ sind (z. B. „Der Arzt war mir unsympathisch“). Bei klaren Verstößen kann Google sie aber entfernen, zum Beispiel bei:
- Spam & Fake: Der Bewerter war nie Patient (schwer zu belegen, und Sie dürfen dafür keine Patientendaten preisgeben).
- Interessenkonflikt: Ein Konkurrent oder Ex-Mitarbeiter bewertet.
- Hassrede: Beleidigungen, Diskriminierung.
- Rechtswidrige Inhalte: Verleumdung, unwahre Tatsachenbehauptungen.
3. Schritt 2: Richtig melden
Der kleine „Fähnchen“-Button neben der Bewertung reicht allein oft nicht. Nutzen Sie zusätzlich das offizielle Tool zum Entfernen von Inhalten aus rechtlichen Gründen.
Hier argumentieren Sie sachlich und juristisch, nicht emotional. Beispiel: „Diese Bewertung verletzt meine Persönlichkeitsrechte, da die Tatsachenbehauptung X unwahr ist.“
4. Schritt 3: Mit echten Bewertungen gegensteuern
Die Prüfung durch Google kann Wochen dauern. In der Zwischenzeit hilft es, wenn Ihr Profil den tatsächlichen Alltag Ihrer Ordination zeigt.
Bitten Sie zufriedene Stammpatienten – wenn es passt – um eine ehrliche Bewertung, ohne Druck und ohne Gegenleistung. Mehr echte Rezensionen verbessern den Durchschnitt mit der Zeit.
Wir kümmern uns um Ihr Google-Profil
Auf Wunsch betreuen wir Ihr Google-Profil im Rahmen einer SEO-Betreuung und unterstützen bei der Meldung von Spam-Bewertungen. Keine Garantien, dafür eine ehrliche Einschätzung – auch mal: Das brauchen Sie nicht.
Über den Autor: Helmut Rabenlehner
Berater für digitale Sichtbarkeit (SEO, lokale Suche, KI-Sichtbarkeit) mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer der WEBU Digital GmbH, Wien. Mehr auf webu.at